30.12.2015 | 07:04 Uhr

Die innovativsten FinTechs weltweit

Die innovativsten FinTechs weltweit
Digitale Welt: FinTechs greifen an

Start-Ups aus der Internetwelt bedrängen auch die großen Banken, Assetmanager und Versicherer. FundResearch gibt einen Überblick: Wer sind die derzeit innovativsten FinTechs weltweit?

Finanzbranche FinTech

Eine Nische besetzen, schnell wachsen und dann mal schauen, was sich ergibt. So das Motto vieler FinTech-Unternehmen. Sieben der 50 innovativsten Fintech-Firmen kommen aus China (innovativ = gemessen am eingesammelten Kapital 2015). Dies geht aus dem Ranking „Fintech 100“ hervor, das die Unternehmensberatung KPMG und die Investmentgesellschaft H2 Ventures erstellt haben. FundResearch wird das Thema auch 2016 begleiten: Geplant sind Interviews und Hintergrundgespräche mit den deutschen und internationalen Vertretern. 

PLATZ 10: OurCrowd (ISR): Ein führender Wagniskapitalgeber via Internet. Sitz ist in Jerusalem. Das Unternehmen, das 2013 gegründet wurde, ermöglicht Investoren auf der ganzen Welt den Zugang zu und das Investment in Start-ups. Rund 10.000 Anleger sollen es bereits sein. Das Ganze funktioniert wie ein Digi-Club: Nur die Mitglieder (wer sich registriert) bekommen Infos.

PLATZ 9: Klarna (S): Klarna bietet Zahlungslösungen für Onlineshop-Betreiber in 18 Ländern an. Auch in Deutschland ist es möglich über Klarna zu bezahlen. Das Unternehmen wurde im Jahr 2005 gegründet. 2013 wurde der Konkurrent SOFORT AG aus Gauting bei München übernommen. Beide Unternehmen zusammen haben mehr als 43.000 Onlinehändler in Europa angebunden.

PLATZ 8: Atom (GB): Die britische Atom-Bank (www.atombank.co.uk) will  die Bankenbranche aufmischen. Sitz ist in Durham. Von hier aus operiert eine coole Website und predigt, fortan alles anders machen zu wollen, als die normalen Banken. Das Ganze ist dann eine Art Bank-Community. Auf jeden Fall haben vor allem klassische Banken im Jahr 2015 bereits mehr als 64 Mio. EUR investiert. Gegründet 2014.

PLATZ 7: AvantCredit (GB): Hier geht es um private Darlehen: "Wieviel brauchen Sie?", wird auf der Startseite des Unternehmens (www.avant.com) gefragt. Das Unternehmen wurde 2012 gegründet. Beschäftigt sind auch hier eine Menge junge, hippe, sweatshirt-tragende Leute verschiedener Nationalitäten. Private Kreditgeber - nicht Banken - sind die Gläubiger. Das Unternehmen konnte im Jahr 2014 Investitionen in Höhe von 75 Millionen Dollar verbuchen.

PLATZ 6: Kreditech (D): Hut ab, hier ist ein deutsches Unternehmen: Kreditech (www.kreditech.com) vergibt Kredite in Polen, Tschechien, Spanien, Russland und Mexiko. Ein Algorithmus wacht über den Lebenswandel des Schuldners, damit dieser nicht etwa - das Buch "Raus aus der Schuldenfalle" online bestellend und täglich in der Eckkneipe am Smartphone hängend - das Geld des Jungspunds Alexander Graubner-Müller (27, CEO) und seiner privaten Geldgeber verprasst. Ende September verkündeten die Hamburger, im Rahmen der dritten Finanzierungsrunde, bislang umgerechnet 85 Millionen EUR eingesammelt zu haben. Das Startup gilt als Börsenkandidat.

PLATZ 5: Funding Circle (USA): Auch hier geht es um die Kreditvermittlung per Internet. Nicht Bankkaufleute prüfen, ob Kredite Sinn machen, sondern ein Algorithmus, bzw. ein Scoringverfahren, das weitgehend automatisch läuft. Das Geld kommt von Anlegern, die kapitalmarkt-ungebunden investierten wollen. Renditen zwischen 2,79 und 15,61 Prozent gibt es derzeit zu holen - je nach Risikofreude. Funding Circle zählt zu den bedeutenden internationalen Spielern. Seit Oktober steht fest, dass das Unternehmen zudem den schnell wachsenden deutschen Online-Marktplatz für Unternehmenskredite, Zencap, übernimmt. Funding Circle wurde 2010 gegründet.

PLATZ 4: Qufenqi (CHINA): Die Kreditvergabe-Plattform bietet monatliche Ratenzahlungslösungen für Studenten und Berufstätige in China – und das mit Erfolg. Die meisten Neu-Investments dieser Boxklasse in Asien flossen im vergangenen Jahr unter anderem in Qufenqi: 2015 stolze 100 Millionen Dollar eingesammelt.

PLATZ 3: Wealthfront (USA): FinTech ist der Überbegriff. Wer internetbasierte Vermögensverwaltung anbietet, nennt sich heutzutage am besten Robo-Advisor. Deren Nummer 1 ist Wealthfront (www.wealthfront.com) . Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und hat sich auf langfristige Geldanlage spezialisiert. Mit-Investor ist Burton Malkiel, Princeton-Professor und Autor („A random walk down wall-street"). Für Experten: Keine Trading-Fees, keine versteckten Gebühren, keine höheren Beratungskosten als maximal 0,25% p.a. Das kann nur über Masse gehen: Nach eigenen Angaben verwaltete Wealthfront im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Dollar. Auch ein Börsenkandidat für 2016 (Quelle: CB Insights).

PLATZ 2: Oscar Health Insurance (USA): Auch hier herrscht die digitale Welt: Der Krankenversicherer Oscar prüft die Daten seiner Kunden z.B. durch Fitnessarmbänder und Smartwatches. Wer gesund lebt, bekommt Prämien (macht die AOK auch). Das kommt in den USA gut an: Oscar hat sich Google als Investor gesichert. Das Start-Up aus New York gilt als großes Tech-Versprechen im Versicherungs­markt und hat einen geschätzten Marktwert von 1,75 Milliarden Dollar (Quelle: Handelsblatt)

PLATZ 1: ZhongAn (CHINA): Erst 2013 gegründet, legt das Versicherungs-Start-Up sagenhafte Wachstumsraten hin. Online-Sachversicherungen sind die Spezialität der Chinesen. Mit knapp 20 Prozent ist der Onlinehändler Alibaba der größte Anteilseigner. Auch Morgan Stanley und Chinas Top-Investmentbank CICC sind an Zhong An beteiligt. Derzeit ist das Unternehmen rund 7,5 Milliarden Dollar wert.

Ganz oben auf der Liste der FinTech-Größen steht natürlich PayPal. Das Bezahl-Unternehmen aus Palo Alto notiert an der Nasdaq und hat aktuell einen Wert von ca. 40,05 Mrd US-Dollar. Die KPMG-Experten haben jedoch nicht nach absoluter Größe ausgewertet, sondern nach neu eingesammeltem Wagniskapital 2015. 

(DIF)

Loading...

MEHR TOP-THEMEN

Loading...

FONDSNOTE

Loading

Top-Umsätze

Loading
Neartime-Daten 9:00-20:00 Uhr
Quelle: Hamburger Börse

Fonds-Indizes

Loading