15.09.2017 | 15:29 Uhr

Die Erfolgsformel der besten deutschen Standardwerte-Fonds

Die Erfolgsformel der besten deutschen Standardwerte-Fonds
Deutsche Standardwerte-Fonds: Erfahrung macht den Unterschied (Bild: pixabay)

Eine Untersuchung der besten deutschen Standardwerte-Fonds offenbart auffällige Gemeinsamkeiten: Die Strategien sind oft Jahrzehnte alt, die Fondsmanager sind sehr lange im Amt, und die Fonds haben außergewöhnlich viele Aktien im Portfolio.

Investmentfonds Asset-Allocation

Die deutsche Wirtschaft boomt. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass sich solche Fonds gut entwickeln, die deutsche Standardwerte als Anlageziel haben. Aber natürlich gibt es auch hier Qualitätsunterschiede. Die Ratingagentur Morningstar hat sich nun die Besten unter den deutschen Standardwerte-Fonds angesehen und nach Erfolgsformeln  gesucht – und dabei erstaunliche Gemeinsamkeiten unter den Top-Fonds gefunden.

Die Big Four der Branche dominieren das Angebot der 20 größten FondsZunächst ein Blick auf die Big Player in der Runde: Bei den größten 20 Fonds stechen zwei Gemeinsamkeiten besonders hervor. Erstens existieren die Fonds und ihre zugrundeliegenden Strategien in der Regel schon mehrere Jahrzehnte, und die Performance der Fonds, in diesem Fall gemessen am durchschnittlichen Morningstar Rating, fällt insgesamt überdurchschnittlich aus.

Performance-Ausreißer nach unten sind nur der DekaFonds, der UniFonds, der FT Frankfurter Effekten Fonds, der DekaLux-Deutschland und der UniFonds –net-. Es sind fünf vergleichsweise große Fonds. Als Gründe für das trotzdem hohe Volumen vermutet Morningstar eigene Vertriebsnetze, die Fremdfonds, auch wenn sie eine bessere Performance aufweisen, benachteiligen.

Die 20 größten Fonds für Standardwerte

Betrachtet man nicht nur die großen, sondern alle Fonds in diesem Segment, weisen die besten Fonds für deutsche Aktien gegenüber dem Rest einige Merkmale auf, die besonders ausgeprägt sind. Zum Beispiel…

Amtszeit des Managers

Die vielleicht auffälligste Besonderheit der besten Fonds: Hier sind erfahrene Manager am Werk, die lange dabeibleiben. Die Amtszeit des am längsten agierenden Fondsmanagers bei den besten Fonds liegt mit rund 8,3 Jahren deutlich über dem Durchschnitt der gesamten Kategorie von 7,5 Jahren.

Deutliche Anlageschwerpunkte, kombiniert mit breiter Streuung

Die erfolgreichen Fonds zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie im Durchschnitt eine deutlich höhere Anzahl an Aktien im Portfolio halten als die meisten anderen Fonds in derselben Kategorie. Insgesamt hat es sich für die Fondsmanager zudem gelohnt, auch abseits des sehr konzentrierten Universums der deutschen Blue Chips zu investieren.

Mittelgroße Unternehmen als Performance-Beschleuniger

Die Top-20-Fonds weisen einen deutlich höheren Anteil an Aktien mit mittlerer Marktkapitalisierung auf als der Durchschnitt. Trotz insgesamt höherer Aktienanzahl im Portfolio verfügen die besten Fonds in der Kategorie gleichzeitig auch über eine insgesamt höhere Portfoliokonzentration, das heißt: Die Top-Titel der Fondsmanager sind einerseits mit höheren Gewichten im Portfolio vertreten, während gleichzeitig eine höhere Anzahl an kleineren Positionen beigemischt wird.

Vergleichsweise hohe Aktivität

Die Untersuchung der Active Share, der vereinfacht gesprochen die Umschichtungshäufigkeit im Portfolio wiedergibt, zeigt: Die Manager der besten Fonds sind etwa 1,5-mal aktiver als der Durchschnitt. Morningstar macht allerdings eine wichtige Einschränkung speziell für diese Betrachtung von Fonds mit deutschen Standardwerten: Die Schwellen, ab denen Fonds als aktiv gelten, können sich je nach Kategorie unterscheiden. Im Fall des DAX handele es sich um einen sehr konzentrierten Index mit lediglich 30 Titeln, sodass die Active Shares hier deutlich niedriger ausfallen als bei breiter gestreuten Indizes wie MSCI World oder MSCI Europe, so Morningstar.

Die besten Fonds für deutsche Standardaktien und ihre Eigenschaften auf einen Blick

Fazit: Für aktive Manager im Segment deutscher Standardaktien hat es sich ausgezahlt, deutliche Schwerpunkte in den Top-10-Titeln im Portfolio zu setzen und gleichzeitig außerhalb des Blue-Chip Universums zu investieren. Insgesamt überzeugten auch diejenigen Manager, die ihre Fonds schon über einen überdurchschnittlich langen Zeitraum zu verwalten. Unterm Strich macht sich Erfahrung also im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt.

(MvA)

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