25.11.2011 | 11:40 Uhr

"Wirklich sichere Anlageklasse gibt es nicht mehr"

"Wirklich sichere Anlageklasse gibt es nicht mehr"

Gamax-Vorstand Dr. Peter Fischer hält mit Blick auf die Risikostreuung Aktien für unverzichtbare Komponente im Portfolio.

„Eine wirklich sichere Anlageklasse gibt es heute nicht mehr“, sagt Dr. Peter Fischer, Mitglied des Vorstandes der Gamax Management AG (Foto). Lange seien etwa Staatsanleihen von Industrieländern das Maß aller Dinge gewesen, wenn es um die Sicherheit von Kapitalanlagen geht. Das sei Vergangenheit, so Fischer. Heute rechneten fast alle Marktteilnehmer mit einer oder mehreren Staatspleiten in den kommenden Jahren. Selbst die derzeitigen „Fluchtwährungen“ Immobilien und Gold könnten irgendwann unattraktiv werden – aus Gründen, die heute noch niemand absehen kann. Einfache Antworten auf die Frage nach der richtigen Kapitalanlage werde es in der aktuellen Situation nicht geben. „Auch wenn es keiner mehr hören will, ist es wichtiger als je zuvor, auf verschiedene Anlageklassen zu diversifizieren“, sagt Fischer. „Mit Blick auf die Risikostreuung ist die Aktie langfristig eine unverzichtbare Komponente im Portfolio des Investors.“

Auch Dr. Jens Ehrhardt, Vorstand der für das Gamax-Fondsmanagement verantwortlichen DJE Kapital AG (DJE), weist auf aktuell äußerst günstige Bewertungen an den Aktienmärkten hin. Das gilt sowohl mit Blick auf die Unternehmensdividenden als auch hinsichtlich der Substanz aus Barvermögen, Grundstücken, Gebäuden und Patenten. „Die Preise an nahezu allen Märkten bewegen sich derzeit auf dem Niveau vom März 2009, einem Zeitpunkt, zu dem Aktien wirklich unterbewertet waren. Wir erwarten daher, dass sich die Aktienkurse erholen werden“, so Ehrhardt. Alles zusammen offenbart seiner Meinung nach ein bemerkenswert gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Allerdings müssen Investoren die Entwicklung der Schuldenkrise und die Auswirkungen möglicher Staatsbankrotts im Blick behalten. Wenn es gelinge, die Probleme einzelner Staaten zu isolieren, geht er davon aus, dass sich die Lage an den Aktienmärkten bis zum Jahresende verbessern wird.

Für 2012 sei zu erwarten, dass geringe Aktienpreise frisches Kapital anziehen werden, was die Aktienmärkte unterstützen wird. Bei den Unternehmensgewinnen sind nach Meinung Ehrhardts 2012 nicht so gute Resultate zu erwarten. Allerdings sei es häufig so, dass die Börsen eine gute Gewinnentwicklung schon vor einem wirtschaftlichen Aufschwung antizipierten. Und angesichts niedriger Zinsen sei vorstellbar, dass dieser Aufschwung in 2013 folgt. „Anleger und Investoren werden aber auch im kommenden Jahr starke Nerven brauchen, denn die Volatilität an den Märkten wird anhalten. Viele der derzeitigen wirtschaftlichen Probleme sind nicht kurzfristig zu lösen, sondern nur in langwierigen und zum Teil auch schmerzhaften Prozessen“, so Ehrhardt.

Die aktuell gute Wirtschaftslage in Deutschland führt Ehrhardt vor allem auf die Exportorientierung des Landes zurück und weiß um die Gründe: „Für das starke Exportgeschäft der deutschen Wirtschaft ist weniger der Euro, sondern vielmehr die Öffnung vieler Märkte in Asien und anderen Schwellenländern sowie die gute Qualität deutscher Produkte verantwortlich“, so Ehrhardt. Ein verlangsamtes Wachstum in den Zielmärkten der Exportunternehmen wird daher auch die deutsche Wirtschaft treffen. Zumal die Binnenkonjunktur seit rund zehn Jahren stagniert. Eine Rezession in Deutschland ist Ehrhardt zufolge aber nicht zu erwarten.

(pool)

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