09.04.2012 | 16:37 Uhr

Gemischte Signale aus Teheran vor neuen Atomgesprächen

WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran bleibt vor neuen Atomgesprächen auf Konfrontationskurs mit dem Westen. Allerdings signalisierte die Führung in Teheran in Detailfragen auch Kompromissbereitschaft. Außenminister Ali Akbar Salehi wies am Montag Vorbedingungen des Westens zurück. Die "New York Times" hatte unter Berufung auf Diplomaten berichtet, der Westen wolle gleich zu Beginn der dritten Gesprächsrunde verlangen, dass der Iran die unterirdische Atomanlage in Fordo schließt und kein Uran mehr auf 20 Prozent anreichert. Entsprechende Forderungen stellt auch Israel.

Die dritte Gesprächsrunde zwischen dem Iran sowie den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland soll am Samstag in Istanbul beginnen. "Bedingungen vor dem Treffen aufzustellen heißt, Entscheidungen bereits vor Verhandlungen zu treffen (...) Keine der Parteien wird Bedingungen vor den Gesprächen akzeptieren", sagte Außenminister Salehi nach Angaben des Staatssenders Press TV. Präsident Mahmud Ahmadinedschad beharrte auf dem Recht, Atomtechnologie für friedliche Zwecke entwickeln und erwerben zu dürfen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte vor Täuschungsmanövern Teherans bei den anstehenden Verhandlungen. Der Iran könne die Gespräche dazu missbrauchen, "Zeit zu schinden und zu täuschen", sagte Netanjahu nach Angaben der "Jerusalem Post". Netanjahu nannte drei Forderungen für die Verhandlungen. Demnach soll Teheran die Anreicherung von Uran beenden, bereits angereichertes Uran außer Landes schaffen und die Anreicherungsanlage in Fordo schließen.

Trotz aller öffentlichen Erklärungen zeichnet sich Bewegung auf beiden Seiten ab. Der Westen und Israel beharren nach Berichten in amerikanischen und israelischen Medien nicht mehr darauf, dass der Iran die Anreicherung von Uran komplett stoppt - so wie es eine Resolution des UN-Sicherheitsrates verlangt.

Stattdessen wollen westliche Diplomaten nach Information der "New York Times" den Fokus auf zwei Bereiche richten. Demnach soll die Führung in Teheran ihre bis 2009 geheim gehaltene Anreicherungsanlage in Fordo schließen und in einem zweiten Schritt demontieren. Die Fabrik in einem Tunnelsystem auf einem früheren Militärgelände nahe Ghom hat Platz für 3000 Zentrifugen zur Urananreicherung. Sie soll besonders gut gegen mögliche Militärschläge abgesichert sein. Außerdem soll der Iran kein Uran mehr auf 20 Prozent anreichern und alle Bestände an höher angereichertem Uran außer Landes schaffen.

Der Westen und vor allem Israel sind besorgt wegen der Fähigkeit des Irans, Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern, da sich damit auch die Möglichkeiten zur Herstellung von waffenfähigem Uran verbessern. Für den Bau einer Atombombe müsste Uran auf deutlich mehr als 80 Prozent angereichert werden. Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, dass sie unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung Kernwaffen entwickelt. Der Iran bestreitet das.

Der Iran akzeptiert die Forderung nach einem umgehenden Stopp der Urananreicherung auf 20 Prozent zwar nicht, will aber dem Westen entgegenkommen. Der Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Ferejdun Abbasi, kündigte am Sonntag im Staatssender PressTV an, dass der Iran nur noch für eine begrenzte Zeit Uran auf 20 Prozent anreichern werde. Dieses Uran solle gelagert und in den kommenden Jahren als nuklearer Brennstoff ein einem Forschungsreaktor in Teheran genutzt werden.

Die israelische Tageszeitung "Jediot Achronot" hob am Montag das gemeinsame Interesse der USA und des Irans hervor, einen Militärschlag Israels auf iranische Atomanlagen zu verhindern. Die Verhandlungen würden die Hände Israels binden, schreibt das Blatt. "Regierungsmitarbeiter sind besorgt, dass der Westen bei den Iranern mehr Nachsicht walten lässt, als Israel bereit ist zu schlucken."

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Rohstoffe

  • 12.04.2012 | 07:15 Uhr

    Ölpreise halten sich leicht im Plus

    SINGAPUR (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nach deutlichen Gewinnen am Vortag leicht im Plus behauptet. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete am frühen Morgen 120,17 US-Dollar. Das war ein Cent mehr als zum Handelsschluss am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um fünf Cent auf 102,75 Dollar.

  • 11.04.2012 | 18:12 Uhr

    Ölpreise nach US-Lagerdaten im Aufwind

    NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Mittwoch von steigender Risikofreude an den Finanzmärkten und neuen US-Lagerdaten profitiert. Im späten Nachmittagshandel wurde das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai bei 120,01 US-Dollar gehandelt. Das waren 14 Cent mehr als am Vortag. Das Barrel der US-Sorte WTI legte um 1,20 Dollar auf 102,17 Dollar zu.

  • 11.04.2012 | 14:19 Uhr

    Sprit bleibt teuer trotz Preisrückgang beim Öl

    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Vom Rückgang der Rohölpreise ist an den Tankstellen bisher noch nichts zu merken: Wie der ADAC am Mittwoch mitteilte, kostet ein Liter Super E10 derzeit im bundesweiten Durchschnitt 1,659 Euro - das sind nur 0,3 Cent weniger als vor Ostern. Diesel verteuerte sich innerhalb einer Woche sogar um 0,1 Cent und kostet 1,503 Euro. Der Sprit sei damit überteuert, kritisierte der Autofahrerclub. Außerdem hätten die Konzerne den Aufschlag für das herkömmliche Super E5 von drei auf vier Cent erhöht.

  • 11.04.2012 | 13:13 Uhr

    Ölpreise erholen sich leicht von starken Vortagesverlusten

    NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben sich am Mittwoch etwas von den kräftigen Vortagesverlusten erholt. Der Preis für US-Rohöl hielt sich allerdings weiter in der Nähe des Zwei-Monats-Tiefs vom Vortag. Am Nachmittag könnten neuste Daten zu den US-Ölreserven für mehr Bewegung bei den Ölpreisen sorgen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete gegen Mittag 120,08 US-Dollar. Das waren 20 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 49 Cent auf 101,51 Dollar.

  • 11.04.2012 | 07:29 Uhr

    Ölpreise erholen sich etwas von Vortagesverlusten - Warten auf US-Lagerdaten

    SINGAPUR (dpa-AFX) - Die Ölpreise habe sich am Mittwoch etwas von den kräftigen Vortagesverlusten erholt. Der Preis für US-Rohöl hielt sich aber trotz Hinweisen auf einen erneuten Anstieg der US-Ölreserven in der Nähe des Zwei-Monats-Tiefs vom Vortag. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete am frühen Morgen 120,20 US-Dollar. Das waren 32 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 28 Cent auf 101,30 Dollar.

  • 10.04.2012 | 18:14 Uhr

    Ölpreise weiten Kursverluste aus

    NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag ihre Kursverluste am späten Nachmittag ausgeweitet. Die insgesamt trübe Stimmung an den Finanzmärkten lastet damit weiter auf den Ölpreisen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete am späten Nachmittag 120,64 US-Dollar. Das waren 2,10 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,35 Dollar auf 101,12 Dollar.

  • 10.04.2012 | 12:31 Uhr

    Ölpreise setzen Talfahrt fort

    NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag ihre Talfahrt vom Vortag fortgesetzt. Die insgesamt trübe Stimmung an den Finanzmärkten lastet damit weiter auf den Ölpreisen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete im Mittagshandel 121,84 US-Dollar. Das waren 83 Cent weniger als zum Handelsschluss am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 50 Cent auf 101,96 Dollar.

  • 10.04.2012 | 07:19 Uhr

    Ölpreise gesunken - Schwacher US-Arbeitsmarktbericht wirkt nach

    SINGAPUR (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag nach den Osterfeiertagen schwächer tendiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 122,27 US-Dollar. Das waren 43 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 13 Cent auf 102,33 Dollar.

  • 09.04.2012 | 16:45 Uhr

    Ölpreise geben deutlich nach - US-Arbeitsmarktbericht und Iran belasten

    NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Montag belastet von Sorgen um Angebot und Nachfrage deutlich unter Druck geraten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 121,75 US-Dollar. Das waren 1,68 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,80 Dollar auf 101,51 Dollar.

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