22.02.2012 | 09:27 Uhr

Kreise/Griechenland: Notenbanken bleiben beim Schuldenschnitt ungeschoren

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die nationalen Notenbanken der Eurozone werden sich Kreisen zufolge bei einem Schuldenschnitt Griechenlands schadlos halten. Zu diesem Zweck tauschen sie derzeit die griechischen Anleihen aus ihren Investment-Portfolios in neue Papiere, die von möglichen Umschuldungsklauseln nicht betroffen wären. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Berufung auf EU-Offizielle. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dazu keine Stellungnahme abgegeben. Die EZB selbst hatte bereits in der vergangenen Woche einen entsprechenden Anleihetausch vollzogen.

Hintergrund der Aktion ist der Plan der griechischen Regierung, Anleihegläubiger notfalls zu einem Forderungsverzicht zu zwingen. Sollten nicht ausreichend Investoren freiwillig auf das Angebot eingehen, ihre griechischen Bonds in niedriger verzinste neue Anleihen umzutauschen, könnten die unwilligen Gläubiger über rückwirkend eingeführte Umschuldungsklauseln, sogenannte "Collective Action Clauses" (CAC), dazu verpflichtet werden.

Damit die EZB bei diesem Prozess außen vor bleibt, hatte sie ihre Anleihen im Volumen von etwa 50 Milliarden Euro bereits Ende vergangener Woche mit neuen Wertpapierkennnummern versehen lassen. Dadurch sollen die Umschuldungsklauseln für diese Papiere nicht greifen. Dem Bloomberg-Bericht zufolge ziehen die 17 nationalen Notenbanken nun nach. Sie halten zum Teil griechische Anleihen in ihren Investment-Portfolios, die nichts mit dem Anleihekaufprogramm der EZB zu tun haben. Ihr Wert liegt deutlich unter dem EZB-Bestand. An den Märkten wird ein Gesamtvolumen zwischen 10 und 20 Milliarden Euro kolportiert.

Auch wenn EZB und nationale Notenbanken beim Schuldenschnitt durch Anleihetauschaktionen ungeschoren bleiben sollten, könnten sie sich auf Umwegen doch beteiligen. So könnten künftige Erträge aus ihren griechischen Papieren zweckgebunden von Notenbanken an ihre jeweiligen Regierungen weitergereicht werden, die sie wiederum als Unterstützung nach Griechenland zurückfließen lassen könnten.

Das Umschuldungsangebot an Banken, Versicherungen, Hedge Fonds und sonstige Privatinvestoren soll am heutigen Mittwoch vorgelegt werden und sieht einen Forderungsverzicht von 53,5 Prozent des Nennwerts ihrer Anleihen vor. Im Oktober sollten es noch 50 Prozent sein. Zudem fallen die Zinsen für die neuen Anleihen etwas niedriger aus als bislang angenommen. Der Bankenverband IIF bezifferte die Abschreibungen auf den Barwert der Anleihen auf mehr als 70 Prozent. Dies ist ebenfalls etwas mehr als bislang angekündigt.

Die privaten Gläubiger müssen sich laut EU-Diplomaten bis zum 9. März entscheiden, ob sie beim Forderungsverzicht mitmachen. Am 12. März soll der Schuldenschnitt dann umgesetzt werden. Bereits am 20. März muss Griechenland fällige Schulden in Höhe von 14,5 Milliarden Euro zurückzahlen.

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Rentenmarkt

  • 23.02.2012 | 15:13 Uhr

    US-Anleihen mit Verlusten zum Handelsauftakt

    NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Anleihen sind am Donnerstag mit Abschlägen in den Handel gestartet. Lediglich zweijährige Titel blieben unverändert. Positive Erwartungen an die Eröffnung der US-Börsen drückten die Kurse, sagten Händler. Zudem wurde auf eine Gegenbewegung nach deutlichen Gewinnen am Vortag verwiesen.

  • 23.02.2012 | 13:07 Uhr

    Deutsche Anleihen: Fester in einem schwankungsanfälligem Handel

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Staatsanleihen haben am Donnerstag in einem schwankungsanfälligem Handel gegen Mittag fester tendiert. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg zuletzt um 0,13 Prozent auf 138,71 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,90 Prozent.

  • 23.02.2012 | 12:47 Uhr

    Deutsche Anleihen: Zur Kasse fester - Rendite sinkt auf 1,56 Prozent

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Rentenmarkt hat am Donnerstag zur Kasse fester tendiert. Die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere sei auf 1,56 (Vortag: 1,59) Prozent gesunken, teilte die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mit.

  • 23.02.2012 | 11:34 Uhr

    Allianz sieht italienische Staatspapiere weiter als sichere Bank

    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Europas größter Versicherer Allianz sieht sein milliardenschweres Engagement in italienischen Staatsanleihen weiter als sichere Bank. "Eigentlich wäre es sogar vernünftig, das Engagement hier weiter zu erhöhen", sagte Vorstandschef Michael Diekmann am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in München. Die Allianz tue dies nur deshalb nicht, um ihre Investoren nicht zu beunruhigen, die dies anders sähen.

  • 23.02.2012 | 08:43 Uhr

    Deutsche Anleihen gehen fest in den Handel

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Staatsanleihen sind am Donnerstag mit weiteren Kursgewinnen in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,19 Prozent auf 138,79 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,89 Prozent.

  • 22.02.2012 | 21:14 Uhr

    US-Anleihen: Gewinne

    NEW YORK (dpa-AFX) - Die Kurse von US-Staatsanleihen haben am Mittwoch im Handelsverlauf Gewinne verzeichnet. Grund seien Spekulationen, dass die griechische Schuldenkrise durch das gerade verabschiedete Rettungspaket nicht gelöst werde, sagten Händler.

  • 22.02.2012 | 17:32 Uhr

    Deutsche Anleihen: Fester - Schwache Konjunkturdaten stützen

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Staatsanleihen sind am Mittwoch gestützt durch schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone gestiegen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte um 0,43 Prozent auf 138,55 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,87 Prozent.

  • 22.02.2012 | 14:55 Uhr

    US-Anleihen: Fester - Gegenbewegung nach jüngsten Verlusten

    NEW YORK (dpa-AFX) - Die Kurse von US-Staatsanleihen sind am Mittwoch zu Handelsbeginn überwiegend gestiegen. Lediglich zweijährige Anleihen blieben unverändert. Nach den jüngsten Kursverlusten habe eine Gegenbewegung eingesetzt, sagten Händler. Zudem werde eine schwache Eröffnung der Aktienmärkte erwartet. Im weiteren Handelsverlauf werden noch die Daten zu den Verkäufen bestehender Häuser veröffentlicht.

  • 22.02.2012 | 13:41 Uhr

    Deutsche Anleihen: Fester - Schwache Konjunkturdaten stützen

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Staatsanleihen sind am Mittwoch gestützt durch schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone gestiegen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte um 0,27 Prozent auf 138,33 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,88 Prozent.

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