21.05.2012 | 16:48 Uhr

ROUNDUP: Krise der Immobilienfonds: CS Euroreal macht dicht

FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) - Die Krise der offenen Immobilienfonds fordert ein weiteres Opfer: Der milliardenschwere CS Euroreal wird abgewickelt, rund 200 000 Sparer kommen vorerst nicht mehr an ihr Geld. Genauso wie vor kurzem der Konkurrent SEB Immoinvest hatte auch der Fonds der Schweizer Großbank Credit Suisse seinen Anlegern nach zwei Jahren erstmals wieder angeboten, ihre Anteile zurückzugeben.

Doch die Rückgabewünsche der Investoren haben die zur Verfügung stehende Liquidität weit überstiegen, wie das Fondsmanagement der Credit Suisse Asset Management Immobilien Kapitalanlagegesellschaft am Montag in Frankfurt mitteilte: "Im Sinne der Gleichbehandlung aller Anleger können die eingegangenen Rückgabewünsche daher nicht bedient werden." Auf Basis der Ausstiegswilligen habe es keine Alternative zur Auflösung gegeben, betonte Fondsmanager Karl-Heinz Heuß und versprach: "Unser Ziel ist es jetzt, das qualitativ gute Portfolio über die nächsten Jahre so zu veräußern, dass alle Investoren bestmöglich ausgezahlt werden."

Der CS Euroreal hat aktuell ein Volumen von rund 6 Milliarden Euro. Das Management hat jetzt fünf Jahre Zeit, die 98 Liegenschaften zu verkaufen und die Anleger nach und nach auszuzahlen. Die erste Auszahlung ist im zweiten Halbjahr geplant, spätestens mit der regulären Ertragsausschüttung im Dezember. Danach sind nach den Angaben halbjährliche Auszahlungen vorgesehen, deren Höhe sich an den jeweiligen Immobilienverkäufen orientiert.

"Wir gehen jetzt nicht überstürzt an den Markt, wir haben fünf Jahre Zeit", betonte Heuß. Hoffnung dürften sich die Sparer angesichts der aktuellen Marktlage machen, betonte Heuß: "Im Moment gibt es eine sehr große Nachfrage nach qualitativ hochstehenden Immobilien in guten Lagen. Da können wir einiges anbieten."

Die Probleme der einst als bodenständig geltenden Anlageform gehen auf die Finanzkrise zurück. Credit Suisse musste im Oktober 2008 erstmals ihren CS Euroreal schließen. Damals froren auch andere Anbieter ihre einst als sicheres "Betongold" beworbenen Produkte ein. Hintergrund war der massive Verkauf von Fondsanteilen durch Investoren, nachdem die US-Bank Lehman Brothers Insolvenz angemeldet hatte.

Als sich die Lage Mitte 2009 entspannte, nahmen der CS Euroreal und andere wieder Anteile zurück - bis Gerüchte um eine neue Gesetzgebung die Anleger verunsicherten und in Scharen aus den Fonds trieben. Von diesem Schlag konnte sich die Branche nicht erholen.

Nach Angaben des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) sind bereits vor dem Aus des CS Euroreal sieben Immobilienfonds mit einem Fondsvermögen von fast 16 Milliarden Euro in der Auflösung. Sechs weitere sind weiter eingefroren, nachdem zu viele Anleger gleichzeitig Anteile verkauft hatten, um an Geld zu kommen.

Dennoch hat die Mehrheit der Immobilienfonds mit zusammen mehr als 70 Prozent des Volumens die jüngsten Krisen problemlos überstanden. Und mit der Entscheidung beim Riesen CS Euroreal herrscht aus Sicht des Rating-Unternehmens Scope nun Klarheit, auf welche Produkte die Anleger vertrauen können. Damit habe die Branche eine historische Chance zum Neubeginn. Die wichtigsten verbliebenen Anbieter sind Union Investment, Deka, Commerzbank und REEFF - eine Tochter der Deutschen Bank. Allein die drei Offenen Immobilienfonds für Privatanleger der Deka-Gruppe verzeichneten in den ersten vier Monaten 2012 Nettozuflüsse von insgesamt rund 660 Millionen Euro.

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Fonds

  • 05.06.2012 | 13:35 Uhr

    ANALYSE/Börse Stuttgart: ETF-Anleger setzten in der Vorwoche auf Sicherheit

    STUTTGART (dpa-AFX) - Anleger börsengehandelter Fonds (ETFs) haben in der vergangenen Woche wieder vorsichtiger agiert. "Die Bären beherrschten die Eurozone", sagte Michael Görgens von der Börse Stuttgart bei der Analyse der zwischen dem 28. Mai und dem 1. Juni getätigten ETF-Umsätze. Entsprechend wurden jene Produkte auf den europäischen Leitindex EuroStoxx 50, die auf steigende Kurse ausgerichtet sind, überwiegend verkauft. In der Woche zuvor war die Tendenz noch neutral ausgefallen.

  • 05.06.2012 | 05:51 Uhr

    INDEX-MONITOR: Centrotherm dürfte Sartorius Platz machen - Dax ohne Änderung

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der auf der deutschen Solarbranche lastende Druck spiegelt sich zunehmend im TecDax wider. Nachdem mit Solon , Phoenix Solar , Conergy und zuletzt auch Q-Cells vier Solarwerte nach katastrophalen Kurseinbrüchen aus dem TecDax herausgeflogen sind, dürfte dieses Schicksal im Juni nun auch Centrotherm Photovoltaics ereilen. Im Dax und MDax werden zum Termin der Index-Anpassungen am 18. Juni hingegen keine Veränderungen erwartet. Selbst für den kleinsten Index, dem SDax , der als einziger regulär von der Deutschen Börse überprüft wird, rechnen Index-Experten mit Kontinuität statt eines Austauschs. Der Arbeitskreis Aktienindizes wird am Dienstagabend, 5. Juni, auf Basis der Ranglisten per Ende Mai entscheiden.

  • 04.06.2012 | 15:28 Uhr

    ANALYSE: 'Kurzfristig Stabilisierung ja, aber Probleme bleiben' - Sentix

    LIMBURG (dpa-AFX) - "Kurzfristige Stabilisierung ja, aber mittelfristige Probleme bleiben." So lautet die aktuelle Einschätzung der Stimmungsforscher von Sentix für den Aktienmarkt. "Bei Aktien und dem Euro ist kurzfristig eine deutliche Angst der Anleger messbar", schrieb Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner in seiner Studie vom Sonntag. Die kurzfristige Stimmung sei mit einem neuen 52-Wochen-Tief positiv zu werten, auch wenn es noch immer an einem "klassischen Sell-Off-Tag" fehle.

  • 31.05.2012 | 13:33 Uhr

    Fondsgesellschaft Sparinvest setzt in Schwellenländern auf Value-Strategie

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Langfristig orientierte Investoren sollten günstig bewertete Aktien aus Schwellen- und Industrieländern kaufen. Märkte wie China, Brasilien oder Russland seien zu wichtig geworden, als dass man sie noch ignorieren könnte, sagte Kasper Billy Jacobsen, Portfoliomanager bei der dänischen Fondsgesellschaft Sparinvest, in einem Gespräch mit dpa-AFX. Zudem gebe es dort inzwischen eine genügend große Auswahl, um mit einer Value-Strategie selektiv auf die werthaltigsten Titel zu setzen. "Wachstum ist wichtig, aber nicht unbedingt gleichbedeutend mit dem Ertrag von Aktieninvestments", betonte der Experte. So sei etwa die Wirtschaft in China im vergangenen Jahrzehnt stärker gewachsen als in Brasilien, aber brasilianische Aktien hätten sich im gleichen Zeitraum besser entwickelt.

  • 31.05.2012 | 09:47 Uhr

    Öffentliches Finanzvermögen: 178 Milliarden stecken in Wertpapieren

    WIESBADEN (dpa-AFX) - Das Vermögen von Bund, Ländern, Gemeinden und der Sozialversicherung steckt zu einem größeren Teil in Wertpapieren. 178 Milliarden von insgesamt fast 560 Milliarden Euro entfielen Ende 2010 auf diese Anlageform, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Knapp 155 Milliarden Euro waren Bargeld und Einlagen. Das Volumen von vergebenen Kredite belief sich auf gut 155 Milliarden. Die sonstigen Forderungen lagen bei 72 Milliarden Euro. Auf den Bund entfiel mehr als die Hälfte des Finanzvermögens (54,6 Prozent). Den geringsten Anteil hatten Gemeinden mit 9,8 Prozent oder 55 Milliarden Euro.

  • 28.05.2012 | 11:03 Uhr

    ANALYSE: Kurzfristig bieten Aktien mehr Chancen als Risiken - Sentix

    LIMBURG (dpa-AFX) - Aktien bieten kurzfristig mehr Chancen als Risiken. Zu diesem Schluss kommen die Stimmungsforscher von Sentix in ihrer am Sonntag veröffentlichten Studie. Der deutsche Aktienmarkt habe sich zuletzt zumindest stabilisiert. Kurz- und mittelfristig habe sich die Stimmung aufgehellt. Bei Renten sei das Risikoprofil umgekehrt.

  • 24.05.2012 | 14:29 Uhr

    ROUNDUP: Deutsche reich wie nie - Private Geldvermögen kräftig gewachsen

    FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) - Die Deutschen sind so reich wie nie: Ungeachtet der Kursverluste an den Kapitalmärkten haben die Privatleute im vergangenen Jahr ihr Geldvermögen deutlich gesteigert. Es wuchs um weit überdurchschnittliche 149 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 4,715 Billionen Euro, wie die Bundesbank am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Der stabile Arbeitsmarkt habe für hohe verfügbare Einkommen gesorgt, erklärten die Währungshüter den Trend. Ein leichter Einbruch im dritten Quartal wurde zum Jahresende wieder aufgeholt.

  • 24.05.2012 | 12:41 Uhr

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die hohe Staatsverschuldung in den traditionellen Industrieländern stellen einem Experten zufolge bisher erfolgreiche Anlagephilosophien nachhaltig in Frage. "Wir sehen in Ländern, die zuvor als sicher angesehen wurden, bedrohliche Risiken", sagte am Donnerstag Christoph von Reiche, Leiter der Fondsgesellschaft Goldman Sachs Asset Management (GSAM) in Deutschland und Österreich. Dennoch hielten institutionelle Investoren in entwickelten Ländern weiterhin einen beträchtlichen Anteil ihrer Portfolien in ihren Heimatmärkten, so dass Wachstumsmärkte deutlich unterrepräsentiert seien.

  • 24.05.2012 | 05:51 Uhr

    Telekom lädt nach schwachem Jahresstart zum Aktionärstreffen

    KÖLN (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom lädt für heute (Donnerstag/10.00) zur Hauptversammlung nach Köln. Konzernchef René Obermann wird den Aktionären Rede und Antwort stehen, nachdem die Telekom mit einem Gewinnrückgang ins Geschäftsjahr 2012 gestartet ist. Bereits im Gesamtjahr 2011 war der Gewinn massiv um zwei Drittel auf 557 Millionen Euro eingebrochen. Ursache waren vor allem Probleme in den USA und Südosteuropa. Bei der Hauptversammlung 2011 war den Anteilseignern eine Dividende von 0,70 Euro präsentiert worden. Das waren 8 Cent weniger als im Vorjahr 2010.

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