19.05.2012 | 10:07 Uhr

HINTERGRUND: Drama um offene Immobilienfonds könnte versöhnlich enden

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Drama um die offenen Immobilienfonds erreicht am Montag (21.5.) einen neuen Höhepunkt. Dann entscheidet sich, ob mit dem CS Euroreal der Schweizer Großbank Credit Suisse der nunmehr zehnte offene Immobilienfonds abgewickelt werden muss. In diesem Fall wären etwa 27 Milliarden Euro an Fondsgeldern erst einmal weiter dem Zugriff der Anleger entzogen. Insgesamt stecken derzeit in Deutschland rund 85 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds - auch die Ersparnisse von Kleinanlegern sind dabei.

Dennoch scheinen viele Anleger an ein Happy End des Dramas zu glauben. "Bei den von der europäischen Schuldenkrise verunsicherten Investoren gelten Immobilien aktuell als eine der sichersten Anlagen", meinte Analystin Sonja Knorr vom Rating-Unternehmen Scope. Dass stabile Fonds nach wie vor attraktiv sind, zeigen die Zuflüsse von immerhin 400 Millionen Euro im März. "Ungeachtet einiger eingefrorener Fonds profitierten die weiterhin geöffneten Fonds vom Drang der Anleger in die Immobilienanlage", hieß es auch in einer Mitteilung des Bundesverbandes Investment und Asset Management.

Insgesamt sind es vor allem vier Hauptakteure, auf die die Hoffnungen der Anleger ruhen. Die Fonds der Anbieter Union Investment, Deka, Commerzbank und REEFF - eine Tochter der Deutschen Bank - schöpfen mit einem Volumen von mehr als 30 Milliarden Euro gut ein Drittel des gesamten Marktes ab und erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Ein Faktor dürfte dabei das breite Vertriebsnetz der Sparkassen, Volks- und Großbanken sein.

Die Probleme der einst als bodenständig geltenden Anlageform gehen auf die Finanzkrise zurück. So musste die Credit Suisse im Oktober 2008 erstmals ihren CS Euroreal schließen. In diesem Monat froren auch andere Anbieter ihre Produkte ein. Hintergrund war der massive Verkauf von Fondsanteilen durch Profi-Investoren, nachdem am 15. September 2008 die US-Bank Lehman Brothers Insolvenz angemeldet hatte.

Die institutionellen Anleger brauchten dringend Liquidität und trennten sich deshalb schnell von offenen Immobilienfonds. Diese gewaltige Rückgabewelle jedoch haben viele Anbieter nicht verkraftet, da sie ihre Immobilien in so kurzer Zeit nicht zu vernünftigen Preisen verkaufen konnten. Also machen sie erst mal ihre Schotten dicht - auch für Privatanleger.

Später heißt es dann für die Fondsgesellschaften, Farbe zu bekennen. Entweder haben sie durch Immobilienverkäufe genug Geld erwirtschaftet, um alle rückgabewilligen Anleger zu bedienen, oder die Fonds werden endgültig abgewickelt. In der vergangenen Woche traf dieses Schicksal den SEB Immoinvest, der ebenso wie der CS Euroreal im Oktober 2008 das erste Mal eingefroren wurde, Mitte 2009 seine Pforten wieder geöffnet hatte und ein Jahr später schließlich erneut schließen musste. Für die definitive Abwicklung haben die Manager der schwedischen Bank SEB jetzt fünf Jahre Zeit.

Auch für den Fonds CS Euroreal endet in wenigen Tagen die Zweijahresfrist des Gesetzgebers. Deshalb sammeln die Schweizer derzeit die Rückgabewünsche ihrer Kunden. Sollten zu viele aus dem Fonds aussteigen wollen, wird er endgültig geschlossen. Mit einer ähnlichen Warnung an die Anleger vor einem quasi selbst herbeigefügten Aus ihres Fonds ist die SEB bereits gescheitert. Dennoch zeigt sich Scope-Expertin Knorr vorsichtig optimistisch: "Der CS Euroreal ist ein Flaggschiff der Branche." Er sei auf Europa fokussiert und verfüge über ein gutes Immobilienportfolio.

Doch selbst wenn auch der CS Euroreal abgewickelt wird, muss das noch lange nicht das Ende für die Anlageform sein. Denn viele Akteure haben inzwischen ihre Lehren aus dem Debakel gezogen. So hat der Gesetzgeber dem Charakter der offenen Immobilienfonds als langfristige Investition besser Rechnung getragen und zum Beispiel für Neuanlagen eine Mindesthaltefrist von zwei Jahren bestimmt. Zudem sind die Anleger wachsamer geworden. "Die Investoren legen verstärkt Wert auf die Erfolgsbilanzen der Anbieter", sagte Stephan Bone-Winkel vom Institut für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. Deshalb würden auch die Fondsmanager noch mehr auf die Qualität ihrer Immobilien achten.

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Fonds

  • 31.05.2012 | 13:33 Uhr

    Fondsgesellschaft Sparinvest setzt in Schwellenländern auf Value-Strategie

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Langfristig orientierte Investoren sollten günstig bewertete Aktien aus Schwellen- und Industrieländern kaufen. Märkte wie China, Brasilien oder Russland seien zu wichtig geworden, als dass man sie noch ignorieren könnte, sagte Kasper Billy Jacobsen, Portfoliomanager bei der dänischen Fondsgesellschaft Sparinvest, in einem Gespräch mit dpa-AFX. Zudem gebe es dort inzwischen eine genügend große Auswahl, um mit einer Value-Strategie selektiv auf die werthaltigsten Titel zu setzen. "Wachstum ist wichtig, aber nicht unbedingt gleichbedeutend mit dem Ertrag von Aktieninvestments", betonte der Experte. So sei etwa die Wirtschaft in China im vergangenen Jahrzehnt stärker gewachsen als in Brasilien, aber brasilianische Aktien hätten sich im gleichen Zeitraum besser entwickelt.

  • 31.05.2012 | 09:47 Uhr

    Öffentliches Finanzvermögen: 178 Milliarden stecken in Wertpapieren

    WIESBADEN (dpa-AFX) - Das Vermögen von Bund, Ländern, Gemeinden und der Sozialversicherung steckt zu einem größeren Teil in Wertpapieren. 178 Milliarden von insgesamt fast 560 Milliarden Euro entfielen Ende 2010 auf diese Anlageform, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Knapp 155 Milliarden Euro waren Bargeld und Einlagen. Das Volumen von vergebenen Kredite belief sich auf gut 155 Milliarden. Die sonstigen Forderungen lagen bei 72 Milliarden Euro. Auf den Bund entfiel mehr als die Hälfte des Finanzvermögens (54,6 Prozent). Den geringsten Anteil hatten Gemeinden mit 9,8 Prozent oder 55 Milliarden Euro.

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    ANALYSE: Kurzfristig bieten Aktien mehr Chancen als Risiken - Sentix

    LIMBURG (dpa-AFX) - Aktien bieten kurzfristig mehr Chancen als Risiken. Zu diesem Schluss kommen die Stimmungsforscher von Sentix in ihrer am Sonntag veröffentlichten Studie. Der deutsche Aktienmarkt habe sich zuletzt zumindest stabilisiert. Kurz- und mittelfristig habe sich die Stimmung aufgehellt. Bei Renten sei das Risikoprofil umgekehrt.

  • 24.05.2012 | 14:29 Uhr

    ROUNDUP: Deutsche reich wie nie - Private Geldvermögen kräftig gewachsen

    FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) - Die Deutschen sind so reich wie nie: Ungeachtet der Kursverluste an den Kapitalmärkten haben die Privatleute im vergangenen Jahr ihr Geldvermögen deutlich gesteigert. Es wuchs um weit überdurchschnittliche 149 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 4,715 Billionen Euro, wie die Bundesbank am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Der stabile Arbeitsmarkt habe für hohe verfügbare Einkommen gesorgt, erklärten die Währungshüter den Trend. Ein leichter Einbruch im dritten Quartal wurde zum Jahresende wieder aufgeholt.

  • 24.05.2012 | 12:41 Uhr

    ANALYSE/GSAM: Globaler Ansatz beim Anlagen-Management so wichtig wie nie zuvor

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die hohe Staatsverschuldung in den traditionellen Industrieländern stellen einem Experten zufolge bisher erfolgreiche Anlagephilosophien nachhaltig in Frage. "Wir sehen in Ländern, die zuvor als sicher angesehen wurden, bedrohliche Risiken", sagte am Donnerstag Christoph von Reiche, Leiter der Fondsgesellschaft Goldman Sachs Asset Management (GSAM) in Deutschland und Österreich. Dennoch hielten institutionelle Investoren in entwickelten Ländern weiterhin einen beträchtlichen Anteil ihrer Portfolien in ihren Heimatmärkten, so dass Wachstumsmärkte deutlich unterrepräsentiert seien.

  • 24.05.2012 | 05:51 Uhr

    Telekom lädt nach schwachem Jahresstart zum Aktionärstreffen

    KÖLN (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom lädt für heute (Donnerstag/10.00) zur Hauptversammlung nach Köln. Konzernchef René Obermann wird den Aktionären Rede und Antwort stehen, nachdem die Telekom mit einem Gewinnrückgang ins Geschäftsjahr 2012 gestartet ist. Bereits im Gesamtjahr 2011 war der Gewinn massiv um zwei Drittel auf 557 Millionen Euro eingebrochen. Ursache waren vor allem Probleme in den USA und Südosteuropa. Bei der Hauptversammlung 2011 war den Anteilseignern eine Dividende von 0,70 Euro präsentiert worden. Das waren 8 Cent weniger als im Vorjahr 2010.

  • 21.05.2012 | 16:48 Uhr

    ROUNDUP: Krise der Immobilienfonds: CS Euroreal macht dicht

    FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) - Die Krise der offenen Immobilienfonds fordert ein weiteres Opfer: Der milliardenschwere CS Euroreal wird abgewickelt, rund 200 000 Sparer kommen vorerst nicht mehr an ihr Geld. Genauso wie vor kurzem der Konkurrent SEB Immoinvest hatte auch der Fonds der Schweizer Großbank Credit Suisse seinen Anlegern nach zwei Jahren erstmals wieder angeboten, ihre Anteile zurückzugeben.

  • 21.05.2012 | 15:43 Uhr

    Krise der Immobilienfonds: Auch CS Euroreal wird abgewickelt

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Krise der offenen Immobilienfonds fordert ein weiteres Opfer: Der milliardenschwere CS Euroreal wird abgewickelt, rund 200.000 Sparer kommen vorerst nicht mehr an ihr Geld. Genauso wie zuvor der SEB Immoinvest hatte auch der Fonds der Schweizer Großbank Credit Suisse seinen Anlegern nach zwei Jahren erstmals wieder angeboten, ihre Anteile zurückzugeben.

  • 21.05.2012 | 14:01 Uhr

    ANALYSE: Chancen auf Erholung am Aktienmarkt stehen 'nicht so schlecht' - Sentix

    LIMBURG (dpa-AFX) - Die Chancen auf eine Erholung am Aktienmarkt stehen den Experten von Sentix zufolge "nicht so schlecht". Analyst Patrick Hussy begründete dies in einer aktuellen Studie mit der sogenannten Konträrtheorie, wonach es sich lohnen kann, gerade bei einer sehr trüben Anlegerstimmung ("Sentiment") Aktien zu kaufen. Die Idee dabei ist, dass das Sentiment bald einen Tiefpunkt erreicht hat und deshalb nicht weiter fallen sollte. Damit wäre der Weg frei für eine Aufhellung der Stimmung und für steigende Aktienkurse.

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