FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer kann sich
nach Einschätzung des Bankhauses HSBC Trinkaus weitgehend von der Schuldenkrise
in der Eurozone abkoppeln. "Gewisse Abstriche von dieser Aussage muss man vor
allem bei den stark exportorientierten Ländern wie China und der Türkei machen",
sagte Bernhard Esser, Schwellenländerexperte bei HSBC Trinkaus am der
Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Schwellenländer blieben eine Stütze der
Weltwirtschaft. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex für die Schwellenländer war im
ersten Quartal von 52,4 Punkten im Vorquartal auf 53,4 Punkte gestiegen.
"Unterdurchschnittlich hat sich das Wachstum in China entwickelt", sagte
Esser. Hier machten sich die rückläufigen Bestellungen aus Europa bemerkbar.
Europa sei für China ein wichtigerer Handelspartner als die USA. Zudem wirke
sich in China die Straffungen der Geldpolitik der Notenbank bis November aus.
Zudem schaue der private Verbraucher skeptischer auf den Immobilienmarkt, was
auch die Stimmung belaste. Esser erwartet im zweiten Halbjahr wieder ein
Anziehen der chinesischen Wirtschaft.
"Die großen Schwellenländer haben weiterhin alle Möglichkeiten, einer
möglichen Abschwächung entgegenzuwirken", sagte Esser. Die öffentlichen
Haushalte seien in den Schwellenländern in einem deutlich besseren Zustand als
in den Industriestaaten. Zudem hätten die Notenbanken noch genügend Spielraum,
um gegen eine mögliche Abschwächung gegenzusteuern.
Der hohe Ölpreis stellt laut Esser eine potenzielle Gefahr für die
Schwellenländer dar. "Der Inflationsdruck wird jedoch durch die verhaltene
Entwicklung der Nahrungsmittelpreise gedämpft", sagte Esser. Angesichts des
Iran-Konflikts sowie der Lage im Sudan und Syrien bewege sich der Ölpreis aber
nicht auf einem sonderlich hohen Niveau. Sollte sich die weltpolitische Lage
entspannen, könnte der Ölpreis merklich zurückkommen. Langfristig dürften die
Ölpreise jedoch angesichts der wachsenden Nachfrage aus den Schwellenländern
weiter steigen.
Zuversichtlich zeigt sich Esser für Afrika. So dürften Länder wie Angola und
Nigeria auch von den hohen Ölpreisen profitieren. "Insgesamt sind aber viele
Länder in Afrika auf einem guten Weg", sagte Esser. Die Mittelschicht wachse.
Auch Länder wie Ghana und Uganda betrieben eine zukunftsweisende
Wirtschaftspolitik. "Generell wird der Kontinent von vielen Beobachtern
unterschätzt."
Kritisch äußerste sich Esser zur Lage in der Türkei: "Das Lande schiebt sehr
hohe Leistungsbilanzdefizite vor sich her und bekommt sie nicht in den Griff."
Grundsätzlich seien Defizite bei einer schnell wachsenden Volkswirtschaft zwar
nicht schlecht. Die Türkei sei aber zu abhängig von kurzfristigen
Kapitalzuflüssen. Besser wäre es, wenn die Türkei auch Unternehmensinvestitionen
erhalten würde. Derzeit werde zudem das Wirtschaftswachstum durch die straffe
Geldpolitik der Zentralbank und dem schwachen Konjunkturverlauf in der Eurozone
belastet. Esser erwartet daher im laufenden Jahr in der Türkei lediglich ein
Wirtschaftswachstum von zwei Prozent, während die türkische Notenbank mit vier
Prozent rechnet.
18.04.2012 | 08:35 Uhr
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Krise bei den Immobilienfonds zieht immer weitere
Kreise. Jetzt muss auch die Allianz die Rücknahme eines
Immobiliendachfonds aussetzen. Betroffen ist der Fonds Allianz Flexi Immo, in
den zuletzt noch rund 170 Millionen Euro investiert waren. Anleger haben zuletzt
wie bei den meisten anderen Fonds der Branche massiv Geld abgezogen. Beim
Allianz Flexi Immo waren es seit Anfang 2011 mehr als 200 Millionen Euro, wie
die Tochter des Münchener Versicherungskonzerns Allianz Global Investors (AGI)
am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Damit seien die Vermögen, die kurzfristig
flüssig gemacht werden könnten, weitestgehend aufgezehrt. Das Vermögen stecke
jetzt nahezu vollständig in offenen Immobilienfonds, die die
Anteilscheinrücknahme ausgesetzt haben, und in kurzfristig nicht liquidierbaren
Vermögenspositionen.
17.04.2012 | 23:38 Uhr
OMAHA (dpa-AFX) - Schock für die Fans von Starinvestor Warren Buffett: Der
81-Jährige hat Prostatakrebs in einem frühen Stadium. "Die gute Nachricht ist,
dass meine Ärzte mir gesagt haben, dass mein Zustand keineswegs lebensbedrohlich
ist", schrieb der Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway
<BRK.A.NYS> <BRK.B.NYS> am Dienstag seinen Anteilseignern. "Die Untersuchungen
haben keinen Anhaltspunkt dafür geliefert, dass sich der Krebs irgendwo sonst in
meinem Körper ausgebreitet hat."
17.04.2012 | 15:32 Uhr
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aussichten für Aktien bleiben laut den
Private-Banking-Experten des Bankhauses Metzler trotz der Turbulenzen um
Spaniens Schuldenkrise freundlich. "Die günstige fundamentale Bewertung der
Märkte signalisiert weiteres Potenzial", sagte Frank Naab, Leiter des
Portfoliomanagements des Instituts, am Dienstag in Frankfurt. Die seit
Spätherbst deutlich gestiegenen Aktienkurse zeigten den wieder zunehmenden
Risikoappetit der Anleger.
16.04.2012 | 20:04 Uhr
WASHINGTON (dpa-AFX) - Der US-Mediziner Jim Yong Kim wird neuer
Weltbank-Präsident. Der 52-Jährige werde die Nachfolge von Robert Zoellick
antreten, der sein Amt zum Juli nach fünf Jahren abgebe, teilte die
internationale Organisation in Washington mit. Kim habe sich am Montag bei der
Abstimmung des 25-köpfigen Exekutivrates gegen die nigerianische
Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala durchgesetzt. Dritter Kandidat war der
frühere kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo - er hatte aber wenige
Tage vor der Wahl aufgegeben.
16.04.2012 | 19:16 Uhr
WASHINGTON (dpa-AFX) - Der US-Mediziner Jim Yong Kim wird neuer
Weltbank-Präsident. Der 52-Jährige solle die Nachfolge von Robert Zoellick
antreten, der sein Amt im Sommer nach fünf Jahren abgibt, teilte die
internationale Organisation am Montag in Washington mit.
16.04.2012 | 19:08 Uhr
WASHINGTON (dpa-AFX) - Der US-Mediziner Jim Yong Kim wird neuer
Weltbank-Präsident. Das teilte die Organisation am Montag in Washington mit. Der
52-Jährige soll die Nachfolge von Robert Zoellick antreten, der sein Amt im
Sommer nach fünf Jahren abgibt.
16.04.2012 | 16:34 Uhr
BERLIN (dpa-AFX) - Immer mehr Deutsche sparen, um sich von dem Geld etwas zu
gönnen. In einer Umfrage hat das Sparziel Konsum die Altersvorsorge von Platz
eins verdrängt. Wie der Verband der Privaten Bausparkassen am Montag in Berlin
mitteilte, legen rund 59 Prozent der Befragten Geld für Anschaffungen zurück.
Knapp 55 Prozent sparen für das Alter, rund 51 Prozent wollen das Geld in die
eigenen vier Wände stecken. Um Kapitalanlage geht es demnach knapp jedem
Dritten.
16.04.2012 | 15:08 Uhr
LIMBURG (dpa-AFX) - Deutsche Aktien dürften ihre Korrekturphase laut den
Stimmungsforschern von Sentix noch nicht hinter sich haben. Kurzfristig habe
sich die Stimmung trotz weiter fallender Preise zwar leicht verbessert und die
Mehrheit der Anleger habe die Abwärtsbewegung als lang ersehnte
Einstiegsgelegenheit gewertet. Mit dem Fall der 6.600-Punkte-Marke beim Dax
werde aus dem Spaß aber zunehmend Ernst, schreibt
Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner in seiner am Montag vorgelegten Studie.
15.04.2012 | 14:45 Uhr
BERLIN (dpa-AFX) - Der scheidende Präsident des Deutschen Sparkassen- und
Giroverbandes, Heinrich Haasis, will Weltsparkassenpräsident werden. "Ich werde
mich nicht zur Ruhe setzen", sagte der Verbandschef der "Welt am Sonntag". Er
wolle ehrenamtlich tätig sein und werde bei der Wahl im Mai in Marrakesch
(Marokko) für das Amt des Weltsparkassenpräsidenten kandidieren. Mitte Mai geht
der 67-Jährige offiziell in den Ruhestand und gibt sein Amt als DSGV-Präsident
an Nachfolger Georg Fahrenschon ab.