14.04.2012 | 10:07 Uhr

Schwellenländer können sich weitgehend von Eurokrise abkoppeln

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer kann sich nach Einschätzung des Bankhauses HSBC Trinkaus weitgehend von der Schuldenkrise in der Eurozone abkoppeln. "Gewisse Abstriche von dieser Aussage muss man vor allem bei den stark exportorientierten Ländern wie China und der Türkei machen", sagte Bernhard Esser, Schwellenländerexperte bei HSBC Trinkaus am der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Schwellenländer blieben eine Stütze der Weltwirtschaft. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex für die Schwellenländer war im ersten Quartal von 52,4 Punkten im Vorquartal auf 53,4 Punkte gestiegen.

"Unterdurchschnittlich hat sich das Wachstum in China entwickelt", sagte Esser. Hier machten sich die rückläufigen Bestellungen aus Europa bemerkbar. Europa sei für China ein wichtigerer Handelspartner als die USA. Zudem wirke sich in China die Straffungen der Geldpolitik der Notenbank bis November aus. Zudem schaue der private Verbraucher skeptischer auf den Immobilienmarkt, was auch die Stimmung belaste. Esser erwartet im zweiten Halbjahr wieder ein Anziehen der chinesischen Wirtschaft.

"Die großen Schwellenländer haben weiterhin alle Möglichkeiten, einer möglichen Abschwächung entgegenzuwirken", sagte Esser. Die öffentlichen Haushalte seien in den Schwellenländern in einem deutlich besseren Zustand als in den Industriestaaten. Zudem hätten die Notenbanken noch genügend Spielraum, um gegen eine mögliche Abschwächung gegenzusteuern.

Der hohe Ölpreis stellt laut Esser eine potenzielle Gefahr für die Schwellenländer dar. "Der Inflationsdruck wird jedoch durch die verhaltene Entwicklung der Nahrungsmittelpreise gedämpft", sagte Esser. Angesichts des Iran-Konflikts sowie der Lage im Sudan und Syrien bewege sich der Ölpreis aber nicht auf einem sonderlich hohen Niveau. Sollte sich die weltpolitische Lage entspannen, könnte der Ölpreis merklich zurückkommen. Langfristig dürften die Ölpreise jedoch angesichts der wachsenden Nachfrage aus den Schwellenländern weiter steigen.

Zuversichtlich zeigt sich Esser für Afrika. So dürften Länder wie Angola und Nigeria auch von den hohen Ölpreisen profitieren. "Insgesamt sind aber viele Länder in Afrika auf einem guten Weg", sagte Esser. Die Mittelschicht wachse. Auch Länder wie Ghana und Uganda betrieben eine zukunftsweisende Wirtschaftspolitik. "Generell wird der Kontinent von vielen Beobachtern unterschätzt."

Kritisch äußerste sich Esser zur Lage in der Türkei: "Das Lande schiebt sehr hohe Leistungsbilanzdefizite vor sich her und bekommt sie nicht in den Griff." Grundsätzlich seien Defizite bei einer schnell wachsenden Volkswirtschaft zwar nicht schlecht. Die Türkei sei aber zu abhängig von kurzfristigen Kapitalzuflüssen. Besser wäre es, wenn die Türkei auch Unternehmensinvestitionen erhalten würde. Derzeit werde zudem das Wirtschaftswachstum durch die straffe Geldpolitik der Zentralbank und dem schwachen Konjunkturverlauf in der Eurozone belastet. Esser erwartet daher im laufenden Jahr in der Türkei lediglich ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent, während die türkische Notenbank mit vier Prozent rechnet.

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Fonds

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